CIMG2170a Wegmarkierung

Der Ökumenische Pilgerweg durch Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thueringen

Route3
Route1b

1. Tag Sonntag 19.08.2012 

Auf geht’s zur zweiten Etappe auf dem ökomenischem Pilgerweg, da wo ich ihn am 14.07. verlassen habe. Um 9:30 Uhr erreichen wir die Stelle zwischen Niedermöllern und Naumburg. Um 10:00 Uhr winke ich fröhlich und wandere in die Hitze. Zunächst geht es einen Wiesenweg entlang und dann einen festen Feldweg. Und siehe da – hier kommen mir Jürgen und Theresa entgegen, um mich ein Stücken vom Weg zu begleiten. Dann verabschiede ich mich ein zweites Mal und die beiden fahren heim. Es ist erst 10:30 Uhr und höllisch warm. Von Punschrau geht CIMG1209aes immer Landstraße entlang nach Spielberg. Dort mache ich Picknick auf einem Rastplatz mitten im Dorf. Die beiden Heimfahrenden sitzen bei Mc Donald und ich warte auf meinen McRip vergebens. Dann wandere ich weiter durch 2 kleine Orte, bis nach Lißdorf. Hier finde ich am Ortsausgang einen Baumstumpf im Schatten und muss wieder verschnaufen. Mein Wasser zum trinken ist schön warm. Einer inneren Eingebung folgend, rufe ich Herrn Röder an, der als Kontaktperson für Eckartsberga aufgeführt ist. Die wundern sich, dass ich nicht weiß, das ich mir bei Ihnen den Schlüssel hier in Lißdorf abholen muss, weil die Pfarrerin im Urlaub ist. Naja, an dem Haus war ich zwar schon vorbei, aber die 100m zurück nehme ich gerne auf mich. Denn ich bin zum Kaffee eingeladen und seit langem schlage ich mal ein Kaffeeangebot aus. Um 13:45 Uhr sitze ich bei Familie Röder in der kühlen Stube und trinke ein Glas Wasser nach dem anderen. Herr Röder erzählt mir nebenbei alles Wissenswerte zu den Orten und deren Geschichte. Er ist enttäuscht, dass ich nicht auf sein Angebot eingehe, mich nach Eckartsberga zu fahren. Aber er freut sich, dass er mir die Kirche zeigen darf und für mich lässt er um 14:45 Uhr die Glocken der Kirche in Lißdorf läuten. Als ich um 15:30 Uhr am Pfarr- und Gemeindehaus in Eckartsberga ankomme, wartet er schon auf mich. Es ist so heiß, dass sicherlich ein Ei auf der Straße zum Spiegelei werden würde. Es folgt noch eine halbe Stunde Geschichtsunterricht mit Herrn Röder im Pfarrhaus. Dann bin ich allein und kann mich endlich ausruhen. Es kommt auch weiter kein Pilger mehr an. Im Gemeinderaum mit Altar breitet man sich einfach mit einer Matzratze aus, die in einem Wandschrank verstaut ist. Um 21:00Uhr bei nun angenehmen Temperaturen krieche ich in meinen Schlafsack auf der Matratze vor dem Altar. Auch wenn ich hier allein bin – was kann mir schon passieren…

Schöne Grüsse.........Beate

2.Tag Montag 20.08.12

Wie verabredet ist Herr Röder um 6:00 Uhr da, um das Pfarrhaus wieder zu verschließen. Es hat sich wirklich in der Nacht nicht abgekühlt. Die erste große Etappe von 13,5 Kilometern bis Oberreißen lege ich in 3 StundenKirche in Stedten zurück. Hier gönne ich mir eine ausgiebige Pause. Es ist schon so heiß, das man auf dem Asphalt Rührei braten könnte. Von da an mache ich in jeder Ortschaft eine Rast zum Trinken. Um 11 Uhr sitze ich in Buttelstedt und geniesse den Wind im Schatten. Ich kaufe mir Proviant und Wasser für das letzte Stück. Die letzten 7 Kilometer bis nach Stedten werden zur Qual. Vor allem der letzte Kilometer ohne Schatten – in der prallen Mittagssonne. Doch auch das geht vorbei und so sitze ich um 13:30 Uhr vor der Kirche in Stedten im Schatten, um mich zu erholen. Um 14:30 Uhr rufe ich Frau Abschlag an und kurz darauf kommt sie mit dem Schlüssel für die Kirche. Ein schönes kühles Örtchen. Den ganzen Nachmittag und Abend vertrödele ich mal in der Kirche und mal davor im Schatten. Gegen 18 Uhr ziehen dann die ersten Wolken auf. Heute Nacht soll es Regnen und morgen nicht mehr ganz so heiss sein. Die Pilgerstube ist über dem Altar im Turm und weitere Matratzen liegen noch auf der Empore. Tagesetappe rund 26 Kilometer – Übernachtung gegen Spende. Zu später Stunde bekomme ich noch Gesellschaft. Ulrike trifft um 18:30 Uhr von Punschrau hier ein – also muss ich nicht alleine in der Kirche schlafen.

 

3.Tag Dienstag  21.08.12

Um 5.15 Uhr weckt mich mein Handy. Es war sehr warm im Stübchen über dem Altar, obwohl ich Durchzug gemacht habe. Ich mache mich als Erste fertig und dann steht Ulrike auf. Ich koche mir heute sogar mal Kaffee, weil alles da ist. In der Nacht hat es gegen 2.00Uhr eine kurze Schauer geregnet, von der nichts mehr zu sehen ist. Ich starte um 6.00 Uhr. Es ist nicht Krämerbrückeso heiß wie die letzten zwei Tage, aber es reicht trotzdem, weil kein Lüftchen geht. Als ich nach ca. 6km um 7.30 Uhr Ollendorf erreiche, staune ich nicht schlecht, dass ein kleiner Laden schon auf hat. Ich kaufe mir ein Körnerbrötchen und ziehe weiter. Es geht viel durch die Feldflur auf Rasenwegen. Es ist ein wenig bewölkt, was das Laufen angenehmer macht. In Wallichen ist sogar die Kirche für Pilger geöffnet, was mich erstaunt. Vieselbach streife ich um 9.00 Uhr nur am Rande und zeihe weiter durch die Feldflur nach Kerspleben. HIer hat mich dann Ulrike eingeholt, weil ich unterwegs mal den Weg suchen musste. Sie hatte es besser, weil sie mich gerade da vor sich gesehen hat und mir nur folgen brauchte. In Kerspleben kehren wir in eine Bäckerei ein und wir gönnen uns Kaffee und ein belegtes Sesamhörnchen. Ach ist das lecker. Naja, Frühstück um 10.30 Uhr hat man nicht alle Tage. Dann ziehen wir getrennt weiter, weil Ulrike augenscheinlich schneller geht als ich. Und das muss ich mir nicht antun. Kein Wölkchen mehr am Himmel und auf einem neuen Radweg ohne Baumbewuchs von Kerspleben nach Erfurt laufen, das hat in der Hitze keinen Spaß gemacht. Was solls. Ich pausiere nochmal im Schatten eines Bürogebäudes auf Stufen, ehe ich zum Endspurt durch Erfurt starte. Bis kurz vor dem Anger habe ich Muschelzeichen, dann sind sie weg. Ich frage einfach am Anger, wie ich zur Krämerbrücke komme, denn ich weiß, dass ich darüber muss. Und wie ich es mir vorgenommen hatte, gönne ich mir dort ein Wasser im Krämerbrückenkaffee. Es ist 12.30 Uhr. Nach einer ausgiebigen Pause mache ich mich auf zum Augustinerkloster, um mir einen Stempel zu holen. Dort treffe ich eine Bereichsleiterin, die nicht schlecht staunt, dass ich daher komme. Danach wandere ich in unsere Geschäftsstelle am Juri-Gagarin-Ring. Unsere Buchhaltung hat dort ihren Sitz und ich werde schon erwartet. Wasser, Kaffee und Kuchen munden auch bei Hitze. Um 13.45 Uhr ziehe ich weiter in die Pfeiffersgasse, wo die Geschäftsführung sitzt. Der Chef staunt nicht schlecht, dass ich mein Versprechen eingelöst habe, vorbeizuschauen. Ich schaue noch in so manches Büro und hole dann Claudia ab. Durch die flirrende Hitze ziehen wir dann um 15.30 Uhr zu ihrer Wohnung. Naja, nach einer weiteren ausgiebigen Erholungspause mache ich mich dann frisch, das tut so gut, weil man schon vom Nichtstun schwitzt.

So, da ich bei Freundinnen meine Herberge habe, werde ich mit allem versorgt. Mal sehen, ob ich eine Spende hinterlasse *grins*.

 

4.Tag Mittwoch 22.08.12

Auch das Gewitter in der Nacht bringt keine Abkühlung. Ich schleiche mich um 5.50 Uhr aus meiner Herberge, damit die Beiden nicht wach werden. Es dämmert und fängt leicht an zu nieseln, als ich am Domplatz ankomme. Ich stelle mich 10 Minuten unter und dann wandere ich aus Erfurt hinaus. Der Weg ist gut zu finden, nur dann durch die Feldflur vor Schmira muss ich nach Zeichen suchen und gehe aufs Geratewohl, instinktiv wieder mal richtig.

In Schmira gönne ich mir um kurz vor acht Uhr die erste Pause. Der Himmel ist bewölkt, die Temperatur angenehm zum LaufenCIMG1569a. Auf einem Wirtschaftsweg geht es hinaus aus Schmira, über die Autobahn und dann folgt ein Wiesenweg. Genau da fängt es an zu regnen. Echt unangenehm, weil die Schuhe recht schnell durchgeweicht sind. Nach 20 Minuten ist der Spuk vorbei, aber das Gras sorgt weiterhin für das Durchweichen der Schuhe, weil ich bis gegen halb zehn auf diesem Wiesenweg durch Felder geschickt werde. Die Sonne hat sich den Himmel erobert und schnell ist es wieder warm.

Kurz vor Kleinrettbach staune ich nicht schlecht, als Ulrike mich einholt. Sie hat in Frienstedt übernachtet und ist erst recht spät gestartet. Ich habe schon mindestens 10 km heute im Laufen Vorsprung. So mache ich alleine Pause am Ortsausgang. CIMG1583a

Von Kleinrettbach führt ein geteerter Radweg "Apfelstädt - Jakobsweg - Route" fast schnurgerade durch die Landschaft. Der Wind kühlt angenehm, so dass es sich gut laufen lässt. Zum ersten Mal dass ich mich nicht darüber beschweren muss, dass es keine Rastmöglichkeit gibt. Sehr gut ausgebaut, auch mit Hinweis- und Erklärungstafeln. In Tüttleben bin ich gegen 11.30 Uhr, habe mehrmals Rast gemacht. Schon längst habe ich mich für Siebleben zum Übernachten entschieden, dass ich um 12.30 Uhr erreiche (rund 24 km). Leider ist die Herbergsfamilie ausgeflogen. Ich kehre in den Supermarkt an der Ecke ein, um am Backwarenstand mir mit Kaffee und Essen die Zeit zu vertreiben. Ich staune nicht schlecht, dass ich Ulrike wieder treffe, die dieselbe Idee hat. Eine Stunde später machen wir uns beide auf den Weg, sie nach Gotha und ich wieder zur Herberge. Weil niemand öffnet, klingle ich bei der Nachbarin. Die schickt mich mit einer Wegbeschreibung zum Garten der Familie. Tatsächlich treffe ich sie dort an. Aber nicht nur sie! Rund 30 Kinder und 18 Erwachsene tummeln sich an Tischgruppen in einem riesigen Naturgarten. Ich staune nicht schlecht. Mit den Kindern der Kirchengemeinde veranstalten sie drei Handwerkstage, an denen sie gemeinsam Spiele oder Spielgeräte bauen. In diesem Jahr machen sie ein grosses Würfelspiel. Es ist der erste Tag und alle sind eifrig bei der Arbeit. Ich bleibe in diesem wuselnden Garten und schaue zu. Natürlich werde ich zum Mittagessen mit eingeladen. Nachdem die Kinder um 16.00 Uhr nach Hause gebracht wurden, beraten sich die Erwachsenen noch. Um 18.00 Uhr ziehe ich mit den Herbergseltern und deren Kindern zu ihnen nach Hause. Mein Giebelzimmer befindet sich über dem Hausanbau, hat einen separaten Eingang und auf der kleinen Terrasse davor steht ein Schaukelstuhl. Zwei Matratzen, Schreibtisch, Hocker und Licht, mehr braucht ein Pilger nicht. Auch hier hinterlässt man einfach eine Spende.

 

5.Tag Donnerstag  23.08.12

Wie gewohnt mache ich mich auch heute um 6.00 Uhr auf den Weg. Nach nur 45 min bin ich mitten in Gotha.CIMG1675a Natürlich sind kaum Menschen auf den Strassen. Gotha ist wirklich die beste Ortschaft, was die Ausschilderung angeht. Einfach top gemacht! Ohne Komplikationen finde ich mich zurecht, fotografiere viele Gebäude und geniesse den beginnenden Tag im Sonnenschein. An der B7 entlang geht es aus Gotha hinaus, bis der CIMG1688aWeg nach rechts in Richtung Berggarten führt. Am Bürgerturm kommt man nicht direkt vorbei, aber ich mache einen Abstecher dorthin und bewundere die tolle Aussicht von der 30m über dem Boden befindlichen Aussichtsplattform. Die 158 Stufen fallen mir nicht schwer!

Nach einer ausgiebigen Pause in luftiger Höhe mache ich mich um 9.15 Uhr wieder auf den Weg, der mitten über den ehemaligen Truppenübungsplatz führt. Die Sonne scheint, der Wind kühlt angenehm, ein wahrlich schöner Tag zum Wandern. Da ich viel Zeit habe, es sind nur rund 21 km, mache ich mehrere ausgiebige Pausen.

Um 14.30 Uhr komme ich in Hastrungsfeld bei Freunden an, geniesse es, mich zu erfrischen und sitze dann mit der Familie im Garten. Einfach herrlich so ein Pilgerleben...

 

6.Tag Freitag  24.06.12

In der Nacht schüttet es wie aus Eimern und ein Gewitter geht nieder. Gemeinsam sitze ich um 5.30 Uhr mit der Familie am Frühstückstisch. Da es aber noch regnet und ich durch die Regenmassen der Nacht nicht über die Hörselberge gehen will, lege ich mich nochmal hin. Um 7.15 Uhr hält michCIMG1853 dann doch nichts mehr und ich ziehe los, die Straße entlang nach Sättelstädt. Von hier führt ein Radweg unter den Hörselbergen entlang, das hatte ich im Pilgerführer gelesen. Meine Entscheidung erweist sich als gut, weil es nochmal regnet. Gut, es werden heute nur rund 15km bis nach Eisenach sein, also nehme ich mir Zeit. Es regnet zwar nicht mehr, aber der Himmel bleibt noch lange wolkenverhangen.

Um 12.00 Uhr erreiche ich den Bahnhof in Eisenach und mache im Bahnhofscafè eine ausgiebige Brotzeit. Von 13.00 - 15.00 Uhr ziehe ich kreuz und quer durch die Stadt, suche nach Muschelzeichen, finde dann auch den Weg, dem ich morgen aus der CIMG1956Stadt hinaus folgen muss. Also Gotha war wesentlicher besser ausgeschildert.

Weil das Wetter einlädt, lasse ich mich letztendlich in der Karlsstraße in einem Straßencafè nieder, um auf meine Freundin zu warten, die als Herbergsmutter heute für mich fungiert. Ach ja, pilgern kann sooo schön sein. Gemeinsam lassen wir es uns dann bis kurz vor 18.00 Uhr.

Der Abend ist so schön und angenehm, dass wir auf der Terrasse sitzen und essen können. Mit "Baccardi Ratz" lassen wir den Abend ausklingen.

 

7.Tag Samstag 25.08.12

Und wieder regnet es in der Nacht. Da es aber heute nur 16 km sein werden, weiche ich mal von meiner Gewohnheit ab und frühstücke um 8.30 Uhr in Gesellschaft. Eine Stunde später ziehe ich im Sonnenschein winkend von dannen. Es geht kurz aber steil hinauf zur Wartburg. Ein kurzer Regenschauer lässt alle Besucher unter den Torbogen der Burg verschwinden. Das ist dann aber auch die letzte Schauer für heute. CIMG1990

Um 10.30 lasse ich die Wartburg hinter mir, ziehe durch den Wald mit wenig Wegweisern erst Mal bis zur Sängerwiese. Von hier ist es dann einfach, weil man bis kurz vor den Hütschhof dem Rennsteig folgt. Auf Straßen und befestigten Waldwegen geht es mal bergauf und mal bergab, bis ich auf die Landstraße nach Oberellen treffe. Doch bis zum Ort muss ich dann einem Feldweg folgen. Es ist mittlerweile doch noch recht warm geworden.

Die Herberge zu finden ist recht einfach. Um 14.15 Uhr, als ich eintreffe, ist niemand zu Hause. Das macht mir nichts aus, denn ich hatte mich bereits gestern telefonisch angemeldet. Und kurz drauf kommt Monika und zeigt mir mein Quartier für heute Nacht. CIMG2072Sie haben den Schuppen ausgebaut und aufgestockt und über eine Treppe gelangt man von außen hinauf. Ein großer Raum mit zwei Betten, einer Couch, Tisch, Stühlen und den notwendigsten Haushaltsgegenständen zum Kaffeetrinken sind vorhanden. Mehrere Matratzen finden sich noch im Raum, so dass zur Not 6 Pilger ein Nachtlager hätten.

Die Familie betreibt eine Getränkeshop, der ab 17.00 Uhr geöffnet ist. Es wird richtig lustig auf der Terrasse, als die Anzahl der kurzzeitigen Gäste auf 10 anwächst. Ein echt gemütlicher Abend, weil ich einfach so dazu gehöre. Ich zahle 10,00€ für die Unterkunft und bin rundum zufrieden. Ich bleibe der einzige Kurzzeitobdachlose in dieser Nacht.

 

8.Tag Sonntag  26.08.12

Die Letzte Etappe von Oberellen bis nach Vache, 26 km.

Ich starte um 6.00 Uhr. Aus dem Ort hinaus geht es auf Feldwegen, später an einem Wald entlang und viele Wiesenwege. Nach ungefähr 4 km durchquere CIMG2093ich Wünschensuhl. Danach geht es auf breiten befestigten Waldwegen bis hin nach Oberzella, rund 18-20 km schätze ich. Ein Ehepaar, das einen Waldspaziergang macht, begegnet mir, sonst niemand. Es ist sehr windig, was mich nicht weiter stört. Es rauscht nur fürchterlich im Wald und macht so das ganze etwas unheimlich. Man hört nicht, ob jemand kommt, sondern nur das Rauschen der Bäume. In Oberzella fängt es kurzzeitig an zu nieseln. Und als ich dann nach 26 km um 12.00 Uhr vor der Brücke der Einheit am Ortseingang von Vacha stehe, um Fotos zu machen, kommt eine ordentliche Regenschauer. Zum Glück gibt es genau hier an der Straße ein Buswartehäuschen. Ich habe ja alle Zeit der Welt, denn ich bin nur noch einen Steinwurf weit von meinem Ziel entfernt.

Nach einer halben Stunde marschiere ich auf regennassen StraßenCIMG2265 in strahlendem Sonnenschein nach Vacha hinein.

Im Pilgerführer hatte ich gelesen, dass man in der Rhönbuchhandlung einen Anstecker und eine kleine Urkunde beim Vorlegen des Pilgerausweises bekommt. Ich hatte vorsichtshalber am Freitag schon telefonisch nachgefragt, was denn Sonntags ist, wenn die Buchhandlung geschlossen hat. Ich sollte klingeln, was ich auch tue. Und siehe da: Die Mutter des Besitzers händigt mir Nadel und Urkunde aus. So, alles geschafft!

Ich suche mir eine Gaststätte zum Essen und überbrücke mir so die Zeit, bis mein Taxi eintrifft. Das Wetter gleicht mittlerweile dem launischen April. Nur gut, dass ich bei dem Wetter nicht mehr laufen muss....

 

Der nächste Pilgerweg wartet bestimmt schon auf mich.............

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