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Bahnhof Mühlhausen

      Auf dem Pilgerweg von Loccum nach Volkenroda
  Samstag, 19. Juli 2014
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Tagebuch

  Freitag,18. Juli 2014
Sonntag, 20. Juli 2014
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  Donnerstag,17. Juli 2014
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Da mein ausgesuchter Bäcker erst um sieben öffnet, mache ich mich heute eine Stunde später auf den Weg, natürlich erst  nach einer Tasse Kaffee und einem belegten Brötchen für unterwegs.  Ich brauche eine halbe Stunde aus der Stadt raus und noch eine viertel Stunde bis zum Waldrand. Es geht hinauf auf den  Dün, zum Aussichtspunkt am Dünkreuz. Das Wetter ist sonnig, aber noch nicht so warm. Um 8.30Uhr genieße ich den herrlichen Blick über Heiligenstadt und ziehe um 9.00 Uhr weiter. Der Weg ist sehr gut  ausgeschildert, auch die Nebenstrecke zum Gut Beinrode, die ich heute bis zur Burg Scharfenstein gewählt habe.  Der Weg verläuft fast gänzlich im Wald, mal bergauf, mal bergab und dann am Waldrand bis zur Kapelle Steinhagen. Als ich  um 10.15Uhr dort ankomme, sitzen schon zwei Wanderer da, die immer mal die 3km vom Scharfenstein hierher und wieder  zurück laufen.  Als ich um elf aufbreche, trifft gerade eine rund 20köpfige Wandergruppe ein. Ein bunt gemischter Haufen Wanderer aus  ganz Deutschland, die von Martinfeld aus Tagestouren durchs Eichsfeld machen, eben heute vom Scharfenstein nach  Heiligenstadt. Natürlich fragen auch sie, woher, wohin, alleine? Es seien noch mehr Wandergruppen unterwegs, erzählen  sie mir. Sie werden immer mit dem Bus nach A gefahren und in B wieder abgeholt.  Burg Scharfenstein erreiche ich um 11.45 Uhr, mache eine viertel Stunde später nochmal am Waldrand Pause, wo ich die  Pilgerroute nach Beinrode verlasse.  Um halb eins laufe ich in Kreuzebra ein. Mir kommt eine noch größere Wandergruppe entgegen und ich vermute, dass  diese von der Werdigshäuser Kirche zum Scharfenstein läuft.  So, ich bin für heute angekommen, ungefähr 13-14km, gerade noch rechtzeitig vor der großen Hitze.  Morgen gibt es nichts zu lesen, weil wir da Geburtstag feiern. Samstag früh nehme ich mir ein Taxi nach Dingelstädt und  laufe auf der Originalroute weiter nach Mühlhausen. Dann bleibt Sonntag nur noch der Weg nach Volkenroda! Eine nicht  allzu lange Etappe und ich will im Mittag dort sein, um mir ein schönes Sonntagsessen zu gönnen. 
Ruhetag 
am Samstag 19.07.14 geht es weiter  von Dingelstädt nach Mühlhausen
Pünktlich um 7.00 Uhr kam mein Taxi vorgefahren. Er brachte mich in Dingelstädt bis zum Radweg, der nach  Silberhausen führt. Die Temperatur war gerade angenehm zum Laufen. In Silberhausen kam ich gar nicht richtig  in den Ort, sondern nur dran vorbei.  In Helmsdorf gab es einen kleinen Bäckerladen u ich kaufte mir noch ein Sesambrötchen, vielleicht für morgen,  denn für heute hatte ich mir ja Bagett, Salami, Gurke und Tomaten eingepackt. Die Kirche hatte  erstaunlicherweise auf, aber einen Stempel gab es leider nicht. Weiter ging es auf dem Unstrut-Radweg nach  Zella. Diese Kirche war zu, hatte aber im Schaukasten stehen: Pilgerstempel in der Kirche. Echt geistreich!  Im Ort verließ ich laut Beschilderung und folgte nun dem Unstrut-Wanderweg. Und da habe ich doch tatsächlich  einen kleinen Abzweig mit einem Schild übersehen, der allerdings nur zu bemerken war, wenn man direkt danach zurück geschaut hätte. Nun gut, kreuz und quer über die Wiese, bis ich es aufgab. Bin wieder zurück gegangen  und erst da habe ich das Schild und den Trampelpfad gesehen. Schließlich kam ich doch in Horsmar an. Kirche verschlossen, aber eine Sitzgelegenheit auf dem Anger, die zur  Pause gerade recht kam. Denn so langsam fing das Schwitzen an. Ich gönne mir eine Dreiviertel Stunde und  marschiere um 10.00 Uhr weiter. Die Beschilderungen sind schon ok, nur manchmal wünschte man sich ein Zeichen mehr. Bisher ging es auf  Feldwegen durch viel Wald und Feld. Von Horsmar aber ging es auf der Strasse an Beyrode vorbei und nach  vielleicht 2km ging es vom Asphalt wieder auf Feldwege, dicht an der Unstrut entlang. Allerdings zog sich der  letzte Abschnitt dann bis Dachrieden durch ein altes LPG-Gelände in voller Sonne, durchs Dorf auch. Direkt  gegenüber der Kirche war Werbung am Haus: Café "Bisschen bunt" und das Hoftor stand offen. Bin ich  reinspaziert. Zwei Paare saßen dort und ich fragte, ob das Café tatsächlich geöffnet sei. Ja!  Ein großes Radler, bitte. Na und im Gespräch stellte sich raus, dass die Kirche zu ist, sie aber den Schlüssel dazu  haben und dass es sogar einen Stempel gibt. Und so verbachte ich gut eine dreiviertel Stunde in Dachrieden ein  "bisschen bunt". Viel Sammelsurium überall verteilt im Garten mit Sitzgelegenheiten und auch noch eine richtige  Caféstube, echt super. Nun, mit Kirchenbesuch und Toilettengang habe ich mich fast eine Stunde aufgehalten.  Um 11.45 Uhr ziehe ich in der brütenden Hitze weiter. Bis Volkenroda sind es von hier noch 24km, ist auf einem  Schild zu lesen. Die meiste Zeit. Ist nach Reiser und dann auch bis Ammern, geht es nun über Wiesen auf einem  Trampelpfad. Nicht so gut, wegen der Sonne. Die Kappe hatte ich schon in Dachrieden aufgezogen, das war gut  so. Zum Glück gibts auch mal Waldstücke, durch die ich geführt werde.  Um 12.30 Uhr lasse ich Reiser links liegen und nun geht es auf die rechte Seite der Unstrut. Erst Betonstraße und  dann nach Links ins Feld. Es ist kaum zu glauben, wirklich Trampelpfade an Feldern entlang, leider auch mit viel  Sonne. Ich treffe auf die B247 direkt bei den ersten Häusern von Ammern. Hier ruhe ich mich wieder eine viertel Stunde  aus, weil eine alte Bank das Einzige ist, was man einem müden Wandersmann gönnt. Und dann auf nach  Ammern. An der Ampelkreuzung werde ich dann mitten durch den Ort geschickt. Und keine Bank zum Rasten! Es  geht kurz durch die Sachsensiedlung und dann im Weiten Bogen durch die Feldflur. Ich setze den Rucksack ab  und gucke lieber nach. Es stimmt, durchs Feld, nicht durch die Sachsensiedlung. Und viel viel Sonne, kaum mal  Schatten. Ich treffe genau nach der Ammer Brücke auf die Straße und stehe in der gleißenden Sonne und marschiere an der Harwand zu  Kreisverkehr und in Richtung Blobach bis zur Petrikirche. Bin ich Glücklich. Und im Schaukasten  steht, es gibt nicht nur einen Stempel, sondern auch noch ein Getränk. Aber das gibts wohl nur, wenn die Kirche  mal auf ist. Ich habe Pech und mache deshalb im Schatten der Kirche Rast. Um 15.00 Uhr erreiche ich die  Jugendherberge "AntoniQ" in der Holzstrasse.  Diese vielen alten Häuser hinter dicken Mauern sind hübsch hergerichtet und hier können Gruppen ihren Urlaub  verbringen. Und einen Raum haben sie extra für Pilger zur Verfügung. Sechs Schlafstellen stehen zur Verfügung.  Die Räume sind kühl, wie das so in alten Gemäuern ist. Und das ist gut so. Nach gut einer Stunde Erholung ziehe  ich dann los zur Divi-Blasii-Kirche am Untermarkt, dort werde ich einen Stempel bekommen.  Auf dem Rückweg kehre ich in ein Strassenlokal am Steinweg ein, trinke ein Radler und esse Pommes. Mit dem Läuten der Glocken der Marienkirche um 18.00 Uhr kehre ich in meine Unterkunft zurück.  Morgen werde ich wieder früh starten, so dass ich zwischen elf und zwölf spätestens in Volkenroda bin, um der  Mittagshitze zu entgehen.

Ziel erreicht....Volkenroda

Da es heute wieder sehr heiß werden soll und ich ja sehr früh ins Bett gegangen bin, fällt es mir nicht schwer, um fünf Uhr  aufzustehen. Um halb sechs marschiere ich los durch die menschenleere Innenstadt, an der katholischen St. Josefkirche  vorbei, neben dem Bahnhof durch die Unterführung und nach Grabe. Dort bin ich bereits eine Stunde später.  Hinter Görmar geht es auf einem Feldweg und das Schild sagt 13km bis nach Volkenroda. Die Kilometerangaben sind  immer sehr variabel. Würde ich dem Glauben schenken,wäre ich jetzt in einer Stunde gerade 2km gelaufen, durch die  ganze Stadt bis nach Grabe!!!  Ich folge dem Feldweg, der nach Links biegt, stehe dann aber ratlos, als es dann wieder nur nach Links geht. Hier kann  was nicht stimmen! Rucksack ab und nachgeschaut. Ich hätte nicht dem Feldweg folgen dürfen, sondern muss über die  Wiese weiter marschieren, immer direkt an der Unstrut entlang. Also wieder zurück, gesamt mindestens 1km! Und einen  Hinweis kann trotz Suchen auch nicht finden. Ein richtiger Weg ist das nicht, sondern nur eine Fahrspur auf der Wiese.  Dementsprechend nass sind Schuhe und Hose in kürzester Zeit vom Tau. Auf Schnecken kann ich leider keine Rücksicht  nehmen und durch das hohe Gras lässt es sich auch schwer gehen. Nach einer viertel Stunde ist dann ein Zeichen am  Telefonmasten, der mir wenigstens Gewissheit bringt, dass ich richtig bin.  Dann schwenkt der Weg nach Links und nun folgt man der Notter, die man dann auf einer Brücke überquert.  Dummerweise gehe ich hier geradeaus, erreiche einen Radweg auf der ehemaligen Bahnstrecke und sehe vor mir Häuser,  aber keine Zeichen. Rucksack ab und wieder nachlesen. Tatsächlich sollte ich nur die Uferseite wechseln und nach der  Brücke gleich links weiter über Wiesen laufen, weiter entlang der Notter. Nun gut, also wieder zurück, einige hundert Meter  umsonst gelaufen.  Da die Schuhe eh nass sind, spielts auch keine Rolle mehr. Der Wiesenweg stößt auf die Landstraße nach Bollstedt und  ich komme an der ehemaligen Disco raus. Es ist 7.45 Uhr und ich mache eine halbe Stunde Pause. Die Sonne ist schon  recht warm und es geht kaum ein Lüftchen.  Während der Pause habe ich ganz genau gelesen, wie es weitergeht, nicht dass ich heute zum 3. Mal verkehrt gehe. Nun  führt nämlich der Weg nicht auf dem Radweg entlang nach Grabe, sondern daneben, wieder über Wiese, durch die  Grabschen Berge. Hier kann ich einem Schäfer zuschauen, wie er mit dem Hund seine Schafe weitertreibt. Die Berge  (Hügel) gehts dann wieder hinab, geradewegs hinein nach Kleingrabe zur Kirchenruine. Es ist 9.00 Uhr und ich lege  nochmal eine Pause ein, da es nur noch 4km sind.  Der Weg nennt sich Eselstieg und ich staune nicht schlecht, als dann nach einer Kurve wirklich drei Esel auf dem Weg  grasen. Naja, immer für ein Foto gut. Es geht zunächst bergauf und der Schweiß läuft in Strömen. Kein Baum, der  Schatten spendet, keine Wolke die ein wenig Kühlung als Wind schicken würde. Nur gut, dass es nicht mehr weit ist. Die  letzte Strecke hat es dann doch noch ein paar Bäume und da gehe ich langsam und genieße die leichte Brise, die ab und  zu mal weht. Um 10.15Uhr bin ich am Kloster, an der Pforte, die erst in einer Stunde aufmacht. Das ist egal, denn zum Glück gibt es  davor einen Tisch mit Stühlen im Schatten. Ich genieße das Ankommen!  Eine halbe Stunde später sehe ich meinen Mann eher, als er mich. Er wollte mich suchen, wusste dass ich bereits  angekommen war und wollte mich überraschen. Nicht so gelungen wie auf dem Gaußturm bei Uslar.  Wir haben gemeinsam Mittag gegessen und sind dann noch zum Pilgerdenkmal gegangen, das seltsamerweise weit  außerhalb auf einer Wiese steht, einsam und allein, ohne Zusammenhang mit dem Kloster oder dem Pilgerweg. Sehr  merkwürdig!  Der Nachmittag ist zum Ausruhen da!!! 

Schöne Grüße......Beate