Home Etappen Tagebuch Galerie Video Video2
Viel Spass auf unserer Website

Bahnhof Mühlhausen

      Auf dem Pilgerweg von Loccum nach Volkenroda
  Freitag, 11. Juli 2014
Bilder

Tagebuch

  Donnerstag,10. Juli 2014
Samstag, 12. Juli 2014
  Mittwoch,9. Juli 2014
6.00 Uhr - es regnet! Hab mich beim Start erst mal verlaufen und verkehrte Richtung eingeschlagen. Und das bei dem  Wetter, gut 1km zu viel gelaufen. Dabei ging der Weg direkt vorm Fährhaus los, mitten durch den Campingplatz. Es geht  weiter auf dem Radweg an der Weser entlang. Dann beginnt der Regen in Strömen zu schütten. Zum Glück kam da  gerade ein Rastplatz mit Hütte, in der ich eine halbe Stunde ausgeharrt habe, bis es wieder nachließ.  Unterwegs hat es dann immer mal mehr und mal weniger geregnet. Eigentlich geht der Weg bis Bodenwerder links der  Weser entlang, aber bei Daspe wird ein Abstecher über die Weserbrücke auf die andere Seite nach Hehlen empfohlen.  Nun, da die Kirchen ja meistens so früh nie aufhaben, wenn überhaupt, gehe ich nur auf die Brücke für Fotos von dieser  seltsam anmutenden Kirche, die eher an ein Schloß erinnert. Auf der Brücke dann ist es 8.00 Uhr und die Glocken  beginnen zu leuten. Nun, dann gehe ich doch mal gucken, weil es nicht weit ist bis dahin. Die Kirche ist tatsächlich auf und  vollkommen auf Pilger ausgerichtet. Trinken, Stempel, Spruch zum Mitnehmen und zusätzlich noch ein Infoblatt, mit Daten  zur Kirche, dass man die Tür gut schließen soll, weil sich die Dorfkatzen dort drin auch wohlfühlen, Infos zu Einkauf- und  Einkehrmöglichkeiten im Ort, und nicht zuletzt noch Erläuterungen zum Weitergehen. Echt super, an alles gedacht!  Und ich entscheide mich, so wie beschrieben, auf dieser Seite weiter nach Bodenwerder zu gehen. Es tröpfelt nur, doch  kurz vor Kemnade schüttet es wieder und keine Unterstellmöglichkeit. Der Weg ist ein See und ich muss im Gras laufen. In  Kemnade ist die Kirche zu. Also ohne Aufenthalt und sitzen weiter. In Bodenwerder um 10.00 Uhr kehre ich in der  Geschäftsstraße gleich in ein Café ein, die Kirche und ein Stempel laufen ja nicht weg. Ich lasse mir ein Brötchen  schmieren, trinke zwei Kaffee und schau zu, wie es draußen unwetterartig schüttet, Wahnsinn!  Um 11.15 Uhr kann ich weiter, weil es aufgehört hat. Die Kirche ist zu, Stempel gibts im Münchhausenmuseum. Ich  fotografiere überall den Lügenbaron, bekomme im Museum zwei Stempel und ziehe um 11.45 Uhr ohne Regen aus dem  Ort. Also noch 12km, aber die ziehen sich, weil es nirgends was zum Ausruhen gibt. Nur in Linse schließt mir eine Frau die  Kapelle auf, und so kann ich wenigstens einmal im Trockenen sitzen auf dieser Etappe. Dann führt der Weg an einer  Draisinestrecke entlang, bis kurz vor Kirchbrak.  Susanne hat mich bei Fam. Hölscher eingemietet. Das Haus ist auf, an der Tür ein Zettel für mich, dass ich eintreten soll,  mein Zimmer ist gleich rechts. Das ZIMMER, wohlgemerkt, sind zwei große Stuben, alle mit alten Möbeln ausgestattet.  Eines ist Wohnzimmer und eines Aufenthaltsraum mit drei Betten. Auf dem Tisch Obst und Wasser, auf einem Tischchen  alles für Kaffee und Plätzchen sind auch dabei! Irre, oder? Ich koche mir Kaffee und lasse es mir gut gehen. Die 25km  haben ganz schön geschlaucht, weil eben Pausen gefehlt haben.  Um sechs gehe ich in die Kneipe zum Essen, obwohl mir auch die Hausherrin Brot gemacht hätte. Ich werde morgen auch  Frühstücken, weil es nur 11km sind, allerdings bergauf, bergab, bis hinauf zum höchsten Punkt des Naturschutzgebietes  Vogler hin nach Amelungsborn.  So, ich hoffe, morgen regnet es nicht mehr, weil fast alles durch den Wald geht. Mein Strammer Max hat geschmeckt. Grüße….Beate
Obwohl ich ausschlafen könnte, bin ich schon halb sieben wach. Mein Frühstück steht schon auf einem Tablett auf dem  Flur bereit. Der Mann muss heute morgen alles allein bewältigen, weil man seine Frau gestern Abend um sieben noch mit  Blaulicht ins Krankenhaus gebracht hat, wegen Herzproblem. Konnte zwar hier schon stabilisiert werden, wurde aber zur  Überwachung mitgenommen.   Um sieben Uhr stehe ich auf, lasse mir aber viel Zeit, koche Kaffee, denn alle Utensilien dafür habe ich ja im Zimmer. Ich  weiß nicht, was der Mann gedacht hat, wie hungrig ich bin, aber drei Brötchen ist ja doch ein wenig zu viel! Es gibt käse,  Wurst, Tomate, Frischkäse, Butter, zwei Sorten Marmelade, Joghurt und Saft. Ich esse ein halbes Brötchen, belege die  andere Hälfte mit Wurst und packe es mit noch einem trockenen Brötchen ein. Das war ein fürstliches Frühstück.  Geld wurde nicht verlangt, sondern jeder legt das hin, was er für richtig hält.  Der Weg aus dem Ort raus geht bergauf und ich habe heute etwas mehr als 300 Höhenmeter bergauf und auf der  anderen Seite wieder runter, zu bewältigen. Es ist leicht bedeckt und drückend. Im Wald erwartet mich eine Wand aus  100% Luftfeuchtigkeit und Null Luftbewegung,Wahnsinn. Sogar ich schwitze mal. Und je höher ich komme, desto kühler  wird es, aber genauso feucht, was bedeutet, Nebel ist oben zu erwarten.   Um elf Uhr komme ich auf dem Ebersnacken mit seinem Aussichtsturm an, 460 m hoch, die höchste Erhebung im Vogler.  Ich steige auf den 26m hohen Turm, 126 Stufen. Kaum Sicht, wie ich es erwartet hatte. Unterm Turm mache ich in der  Hütte Rast, eine ganze Stunde. Hab ja schon die Hälfte der Etappe hinter mir.  Bergab gehts bekanntlich schneller und nach 45 min habe ich den Ort Holberg erreicht. Ich staune nicht schlecht: beim  ersten Haus lädt eine Sitzecke die Pilger zum Rasten ein. Eine Box steht da mit der Aufschrift "Pilgertränke". Das lasse  ich mir nicht zwei Mal sagen. Die Sonne scheint und was kann es da Schöneres geben, als zu rasten. In der Box stehen  verschiedene Getränke und Infomaterial liegt dabei, gegen Spende. Super!  Nun sind es noch zwei Kilometer, auf einem Radweg neben der Straße entlang. Im Kloster finde ich auch auf Anhieb die  Ansprechpartnerin, weil ich wusste, ich soll gleich rechts die erste Tür in die Küche kommen.   Das Pilgerquartier ist ein Haus hinter der Kirche, spartanisch eingerichtete Zimmer, aber eben ein Dach über dem Kopf.  Da eine Gruppe im Haus ist, habe ich die Möglichkeit, mit Abendbrot zu essen. Unterkunft 20,00€ plus 8,50€ fürs  Abendbrot. Mal ein preiswerter Tag!  Ich schreibe, dusche, besuche die Kirche, gehe im Gelände spazieren und werde um 18.00 Uhr zum Abendgebet gehen.  Danach gibts um halb sieben Abendbrot. Ich lasse mich überraschen!  Kloster Amelungsborn ist die Hälfte des Pilgerweges von Loccum nach Volkenroda!      Grüße......Beate 
Als ich aufstehe, weiß ich nicht, was ich von dem Wetter halten soll. Nebel, und was wird daraus? Gut, es regnet nicht  und das ist schon mal gut so. Drei Kilometer bis Stadtoldendorf, ein Klacks, aber heute bin ich nicht so gut drauf,  manchmal unerklärlich. Ich kehre in ein Café ein, ruhe meine Beine eine halbe Stunde aus, esse und trinke und kaufe  noch was für den Nachmittag. Das, was ich von dieser Stadt sehe, ist nicht sehr attraktiv, schade. Die nächsten 3km  führen entlang der Straße. Hier mache ich wieder Pause. Der nächste Ort ist Schorborn, ein schmuckes Dörfchen.  Wieder eine Pause!  Es geht ein wenig bergab, sicher nur um Anlauf zu nehmen, hinauf auf den Solling mit der höchsten Erhebung des  gesamten Weges. Es zieht sich gleichbleibend auf einem Forstweg hinauf. Eine Waldschänke nutze ich wieder zum  Krafttanken. Es ist fast zehn Uhr und die Sonne erhitzt die Luft. Eine halbe Stunde tut wirklich gut!  Um 10.30Uhr erreiche ich ein Bergdörfchen. It dem seltsamen Namen Schießhaus. Ich platziere mich auf einer Bank  und gönn mir die nächste Pause. 4km bergauf auf den Vogelherd, fast 500m hoch, mein höchster Punkt der  Wanderung, so steht's im Buch. Zum Glück kommt da eine Hütte und Ausruhen ist angesagt. Weiter geht es meist eben hin, auch mal ein wenig bergab.  Ich schreite langsam durch die Landschaft, denn ich bin ja bald da.  Noch vor dem Mecklenbruch, einem Moor, durch das man die Pilger führt, mache ich 1,5Std. Pause, bevor ich dir  letzten 4km antrete. Im Wald ist es ja noch angenehm, aber nicht überall ist Schatten gegeben, und da schlaucht es schon ganz schön. Durch, bzw. über das Moor führt ein Steg, den man entlang wandert. Schon interessant. Aber die Libellen waren zu  schnell für meine Kamera.  In Silberborn bin ich schon kurz nach drei und so kehre ich in den ersten Biergarten ein, gönne mir Radler, wandere  weiter zur Kirche und bin pünktlich um 16.00Uhr an der Pension.  So, ausruhen, Essen gehen und dann schlafen: So schön kann das Pilgerdasein am Abend sein!  Gruß.......Beate 
Bilder
Samstag, den 12.07.2014  Wie gewohnt starte ich um 6.00 Uhr bei strahlendem Sonnenschein in Silberborn. Es geht durch den Park, an den  Sportstätten vorbei und da habe ich mich doch gleich das erste Mal verlaufen, nicht viel, nur 50m, weil ich den schönen  Weiher fotografieren musste im Morgenlicht. Nun gut, es geht auf einem Feldweg nach Neuhaus am Solling. Dort wollte  ich eigentlich frühstücken in einer Bäckerei oder mir zumindest was einkaufen für unterwegs. Doch leider bin ich aus dem  Ort raus, ohne überhaupt richtig drin gewesen zu sein. Ich überlege kurz: einen Apfel und Wasser habe ich, also werde ich  auch die 20km bis nach Uslar durchstehen.  Es geht durch die Eichenallee hinauf in/durch den Solling, immer im Wald auf einer breiten Forststraße. Genau nach 2,5  Stunden habe ich die Hälfte der heutigen Etappe geschafft und mache bis 10.15 Uhr Rast. Das nächste Stück bis zum  Sollingturm läuft sich genauso gut. Dort bin ich allerdings enttäuscht. Der Platz davor ist ungepflegt und nur ein paar alte  Baumbänke, die wenig einladend sind. Eine einzige Bank vor dem Turm, allerdings in der Sonne.  10.30 Uhr. Ich besteige zunächst den Turm mit 150 Stufen, lasse Rucksack und Stöcke unten, nehme nur meine  wertvollen Habseligkeiten mit hoch, man weiß ja nie! Oben ist es sehr windig, aber eine gute Sicht. Ich fotografiere und  steige wieder ab. Auf der Mauer liegt ein Beutel, ich vermute, ein Rucksacküberzieher, wundere mich aber, wieso ich den  vorhin nicht gesehen habe. Ich mache es mir auf der Bank bequem, schicke Fotos nach Hause und esse meinen Apfel. Da  steht plötzlich ein „Geist“ auf der Wiese und filmt mich. Ich kann es gar nicht fassen: mein Mann! Er hat kurzerhand einen  Ausflug hierher gemacht, um mich zu überraschen. Und er hat Picknick dabei. Echt super! Kaffee, Brote, Gurke… was will  man mehr?  Wir lassen es uns gut gehen und steigen dann um 11.30 Uhr ab in Richtung Uslar. Es sind ja nur noch knapp 4km. Jürgen  findet auch die Stelle, wo er den Abzweig in den Wald verpasst hat, den kürzeren Weg. Und dann erreichen wir den  Ortsanfang und mein Auto. Jürgen fährt und ich laufe, bis zur Pension.  Er hatte sich gestern Abend noch mit angemeldet und wir bekommen statt einem Zimmer die Ferienwohnung. Es könnte  uns nicht besser gehen! Nach einer kurzen Pause erkunden wir Uslar, trinken Kaffee und besuchen die Kirche. Leider  finden wir keine gescheite Gaststätte, wo gemeinsam Fußball geguckt wird. Also doch in der Ferienwohnung.  Abends gehen wir noch Essen und schauen dann das Spiel Niederlande gegen Brasilien. Ein schöner gemütlicher Tag,  voller Überraschungen! 
zum Video Bilder Bilder Bilder